Suizid passiert jeden Tag. Und noch immer wird zu wenig darüber gesprochen.
Wir sind Expert*innen für Trauer und Suizid – und wir sind selbst Suizidbetroffene.
Wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn Worte fehlen. Und wir wissen, wie wichtig es ist, dass sich genau das ändert.
Wir kämpfen für Sprache, die verbindet – nicht ausgrenzt.
Für Worte, die Halt geben – nicht verletzen.
Das Wort „Selbstmord“ hat in einer respektvollen Sprache keinen Platz. Es stigmatisiert, beschämt – und hindert Menschen daran, Hilfe zu suchen.
Vor allem, weil viele in der Krise ohnehin das Gefühl haben, versagt zu haben. Weil sie glauben, nicht so zu funktionieren wie andere. Und sich dadurch selbst in Frage stellen.
Deshalb wollen wir den Wortwechsel.
Mutig. Echt. Respektvoll.
Suizidprävention beginnt lange bevor es zur Krise kommt – mitten in der Gesellschaft, mitten im Leben.
Es braucht Sprache, die Not anerkennt – nicht bewertet.
Worte, die sagen: Du darfst da sein, so wie du bist.
Worte, die Hilfe möglich machen.
Es braucht Menschen, die nicht über uns sprechen – sondern mit uns.
In Krisen. Nach einem Suizid. Und davor.
Mach mit. Zeig Haltung.
Sprich mit uns – für echte Hilfe bei Suizid.
Und gegen das Schweigen.
Gemeinsam verändern wir Sprache.
Gemeinsam verändern wir die Kultur des Hinsehens.
Suizid – das Letzte, worüber man schweigen sollte.
Jeder Suizid ist ein schmerzlicher Verlust – für Familie, Freund*innen, Angehörige.
Doch Suizid betrifft noch viel mehr Menschen:
Rettungskräfte, Polizei, Mitarbeitende im öffentlichen Nah- und Fernverkehr – und letztlich uns alle als Gesellschaft.
Suizid ist kein Randthema.
Er betrifft Systeme, Institutionen, Alltagsorte.
Er betrifft Menschen – in jedem Alter, in allen Lebenslagen.
Und er betrifft uns alle.
Deshalb braucht es mehr Sichtbarkeit.
Mehr Wissen.
Mehr Gespräche.
Mehr Raum – für Fakten, für Gefühle, für neue Wege.
Suizid geht uns alle etwas an.
Welche Erfahrung hast du gemacht?
Was fehlt deiner Meinung nach?
Welches Problem ist aus deiner Sicht besonders dringend?
Schreib uns. Teil deine Gedanken.
Wir hören zu — und bleiben im Gespräch.
Sie prägt, wie wir fühlen, denken, handeln.
Sie kann verbinden oder trennen. Helfen oder verletzen.
Gerade in der Suizidprävention macht Sprache einen Unterschied:
Sie kann Türen öffnen – oder verschließen.
Deshalb sagen wir: Sprache wirkt. Und sie wirkt nicht neutral.
Medien prägen, wie wir als Gesellschaft über psychische Gesundheit und Suizid sprechen – oder eben nicht sprechen.
Ob in Artikeln, Radiobeiträgen, Talkshows, Serien, Reportagen oder Streaminginhalten:
Sprache macht einen Unterschied.
Sie kann aufklären oder verschweigen, entstigmatisieren oder beschämen, Menschen erreichen – oder sie weiter isolieren.
Insbesondere bei sensiblen Themen wie Suizid ist es entscheidend, nicht nur über Inhalte, sondern auch über Wortwahl, Haltung und Perspektive nachzudenken.
Reißerische Schlagzeilen, vereinfachende Dramaturgien oder stereotype Darstellungen können nicht nur retraumatisieren, sondern auch konkrete Risiken erhöhen.
Wir appellieren an alle Medienschaffenden:
Nutzen Sie Ihre Reichweite, um respektvoll und differenziert zu berichten.
Achten Sie auf Begriffe, die stigmatisieren – und auf solche, die verbinden.
Schaffen Sie Raum für Perspektiven von Betroffenen – nicht nur von außen, sondern auch von innen.
Suizidprävention beginnt auch in Redaktionen, in Drehbüchern, in Interviews und Produktionssitzungen.
Sprache kann Türen öffnen – für Verständnis, für Hilfe, für neue Wege.
Sprechen Sie mit uns. Wir unterstützen Sie gerne bei Recherche, Wortwahl oder Hintergrundwissen.
Denn auch Medien tragen Verantwortung – und sie können Teil der Lösung sein.
Du möchtest etwas bewegen?
Dann werde Wortwechsel-Botschafter*in – und hilf mit, die Sprache rund um Suizid zu verändern. Deine Stimme zählt! Gemeinsam können wir für mehr Bewusstsein sorgen und echte Suizidprävention fördern.
Werde Teil dieser Bewegung für mehr Verständnis, Offenheit und echte Hilfe.
Sprache macht den Unterschied.
Sag Suizid oder Selbsttötung — nicht Selbstmord.
Teile deine Erfahrungen. Sprich offen über psychische Krisen. So hilfst du, Stigma zu brechen und machst anderen Mut.
❯ Unsicher? Frag uns — wir unterstützen dich.
Du prägst, wie Gesellschaft über Suizid spricht.
✔ Verwende Wechselworte wie Suizid oder Selbsttötung.
✔ Berichte sorgfältig und ohne Sensationssprache.
✔ Zeige Hilfsangebote — für Betroffene und Hinterbliebene.
! Setze am besten einen Hinweis auf die Trauer Taskforce Webseite.
❯ Unsicher? Frag uns — wir unterstützen dich.
Zu unseren Medientipps hier
Sprache verändert Kultur.
Ersetze Selbstmord konsequent in deinen Angeboten — in Schulungen, Workshops und auf Social Media.
Zeig Haltung. Mach Hilfe sichtbar.
❯ Unsicher? Frag uns — wir unterstützen dich.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie tief Schuld, Scham und gesellschaftliche Ächtung den Umgang mit Suizid geprägt haben. Über Jahrhunderte galt Suizid, besonders im religiösen und moralischen Kontext, als Verbrechen – gegen sich selbst, gegen Gott, gegen die Gemeinschaft.
Der Begriff „Selbstmord“ stammt aus dieser Zeit. Er enthält das Wort „Mord“ – eine gezielte, strafbare Tötung. Doch wer in tiefster Not keinen anderen Ausweg mehr sieht, handelt nicht als Täter, sondern als Mensch in einer Verzweiflung, die jenseits von Worten und Vorstellung liegt. Das Wort „Selbstmord“ stigmatisiert – oft unbewusst, aber mit spürbaren Folgen.
Suizidprävention beginnt viel früher, als wir oft denken.
Suizidgedanken, -handlungen und ihre Folgen sind keine Einzelschicksale.
Sie sind Ausdruck gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Herausforderungen – und sie sind vermeidbar.
Wenn wir hinschauen. Frühzeitig. Ernsthaft. Miteinander.
Psychische Gesundheit ist keine Nebensache. Sie ist die Grundlage für Leben, für Würde – und für echte Suizidprävention.
Doch genau daran fehlt es oft.
Therapieplätze sind monatelang ausgebucht. Besonders Kinder und Jugendliche warten – zu lange. In ländlichen Regionen fehlen Anlaufstellen, in Städten sind Systeme überlastet. Hilfe ist oft schwer erreichbar – oder gar nicht vorhanden.
Wer in einer Krise steckt, kann nicht warten.
Aber genau das passiert – jeden Tag. Nicht, weil Menschen zu schwach wären. Sondern weil die Strukturen versagen – oder die falsche Sprache sprechen.
Weil es an Haltung fehlt, die Menschen in ihrer Not wirklich ernst nimmt.
Weil nicht respektvoll zugehört, nicht offen wahrgenommen, nicht einladend kommuniziert wird.
Weil Menschen zu oft nicht das Gefühl bekommen: Du bist hier richtig, genau so, wie du gerade bist.
Und auch Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Ob in Nachrichten, Radioformaten, Serien, Talkshows oder Streaminginhalten – überall dort, wo Suizid thematisiert wird, macht Sprache einen Unterschied. Berichterstattung, fiktionale Inhalte und Popkultur können entstigmatisieren – oder verfestigen, was verletzt. Deshalb braucht es auch hier Bewusstsein, Sorgfalt und den Mut, Sprache weiterzuentwickeln. Nicht reißerisch. Nicht vereinfachend. Sondern respektvoll, ehrlich und menschlich.
Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das auffängt, bevor Menschen fallen.
Und eine Medienlandschaft, die mitträgt.
Ein System, das nicht erst im Notfall reagiert, sondern vorher zuhört.
Ein Umfeld, das psychische Gesundheit nicht am Rand verwaltet – sondern in den Mittelpunkt stellt.
Sprache kann Türen öffnen. Oder sie verschließen.
Wer Menschen in seelischer Not erreichen will, muss bereit sein, zuzuhören – ohne zu bewerten. Muss Worte wählen, die verbinden – nicht belehren. Muss aushalten, was schwer ist – und den Mut haben, darüber zu sprechen.
Suizidprävention beginnt mit Haltung.
Mit Respekt. Mit Sprache. Mit dir.
Sprich mit uns. Für echte Hilfe. Für ein neues Miteinander.
Und für eine Gesellschaft, die niemanden verliert, weil niemand hinsieht.
📍 DEUTSCHLAND
Telefonseelsorge
📞 116 123 – anonym, kostenfrei
✝️ 0800 111 0 111 (evangelisch)
✝️ 0800 111 0 222 (katholisch)
Kinder & Jugendliche
📞 116 111 – Nummer gegen Kummer
🌐 mano-beratung.de
Elterntelefon
📞 111 0 550 – Nummer gegen Kummer (für Eltern)
Hilfsangebote
🔗 Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
📍 ÖSTERREICH
Telefonseelsorge: 📞 142 | 🌐 telefonseelsorge.at
Frauenhelpline: 📞 0800 222 555 | 🌐 frauenhelpline.at
Männernotruf: 📞 0800 246 247 | 🌐 maennernotruf.at
📍 SCHWEIZ
Pro Juventute (Kinder & Jugendliche)
📞 147 | 🌐 147.ch
Dargebotene Hand / Sorgentelefon
📞 143 | 🌐 143.ch
Die Trauer Taskforce
Das Kompetenznetzwerk für den gesamten deutschsprachigen Raum - D-A-CH
📍 DEUTSCHLAND
AGUS – Angehörige um Suizid e.V. bundesweiter Selbsthilfeverein
🔗 agus-selbsthilfe.de
BeSu Berlin
🔗 besu-berlin.de
📍 ÖSTERREICH
Erste Hilfe für die Seele – öffentliches Gesundheitsportal
(z. B. via gesundheitsportal.gv.at oder regional)
📍 SCHWEIZ
Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid
Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils
Verein Regenbogen – Leben mit dem Tod eines Kindes
Lifewith – Wenn ein Geschwister stirbt
Zuhören & ernst nehmen
Höre aufmerksam und ohne Urteil zu. Zeige Verständnis und nehme die Aussagen ernst.
Emotionale Unterstützung bieten
Sei empathisch und zeige Mitgefühl. Versichere der Person, dass du für sie da bist – und bleibst.
Offenheit & Kommunikation fördern
Ermutige dazu, über Gefühle und Gedanken zu sprechen. Frage sanft nach, wie es der Person wirklich geht.
Sicherheitsnetz aufbauen
Überlegt gemeinsam, welche Schritte die Situation entschärfen könnten.
Hilfe anbieten
Schlage vor, gemeinsam professionelle Hilfe zu suchen – etwa eine Beratungsstelle, eine Therapeut*in oder einen Arzt.
Notfallkontakte bereitstellen
Kenne die wichtigsten Notrufnummern und teile sie weiter.
Gemeinsam nach Ressourcen suchen
Unterstütze die Person dabei, passende Angebote zu finden – etwa Therapiezentren, Onlineberatung oder Selbsthilfegruppen.
Die Situation ernst nehmen
Ist die Person in akuter Gefahr, zögere nicht, Hilfe zu holen – per Notruf 112 oder Polizei.
Eigene Grenzen erkennen
Du musst nicht alles allein tragen. Hol dir selbst Unterstützung, wenn du merkst, dass es dich belastet.
Selbstfürsorge nicht vergessen
Auch deine Gefühle sind wichtig. Sorge gut für dich – denn Helfen kann emotional fordern.
Zuhören & Mitgefühl zeigen
Sei da, höre zu – ohne Ratschläge, ohne Druck.
Praktische Hilfe anbieten
Einkaufen, Kochen, Papierkram – kleine Dinge entlasten in schweren Zeiten.
Verfügbarkeit signalisieren
Biete dich für Gespräche, gemeinsame Zeit oder einfaches „Da-Sein“ an.
Geduld haben
Trauer verläuft nicht linear. Lass der betroffenen Person ihren eigenen Rhythmus.
Professionelle Hilfe empfehlen
Bei Bedarf kannst du Trauerbegleitung oder Therapie anregen – und ggf. helfen, Angebote zu finden.
Erinnerungen teilen
Gemeinsame Geschichten oder Fotos können heilsam sein.
Gedenken ermöglichen
Ob Gedenkfeier oder kleiner Moment – unterstützt gemeinsames Erinnern.
Auf emotionale Krisen achten
Beobachte, ob sich tiefergehende Belastungen zeigen. Ermutige ggf. zur weiteren Hilfe.
Grenzen respektieren
Nähe und Distanz wechseln sich ab – akzeptiere, was die betroffene Person gerade braucht.
Langfristig da sein
Bleibe in Kontakt. Trauer endet nicht nach Wochen – und dein Dasein kann viel bedeuten.

Sprache verändert – und du kannst mitmachen.
Ob privat, beruflich oder im öffentlichen Raum – du kannst ein Zeichen setzen. Hilf mit, das Reden über Suizid zu verändern. Wir freuen uns auf deine Nachricht!



Gemeinsam machen wir Trauer sichtbar und geben ihr den Platz, den sie verdient. Ob fachlich, privat oder als Unterstützer*in — hier ist Raum für Vernetzung und Engagement.
Mach mit. Gestalte Veränderung mit uns.
Wir arbeiten mit Menschen und Organisationen zusammen, die Trauer nicht wegsortieren, sondern ihr Raum geben.
Du hast eine Idee oder ein Anliegen?
Sprich uns an.
